Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe SNI-Interessierte

Als wir das letzte SNI INSight im Dezember 2021 geschrieben haben, waren wir zuversichtlich, dass sich mit dem Sommer 2022 unsere Welt wieder normalisiert haben wird und wir uns wieder voll und ganz auf unsere Forschung in den Nanowissenschaften fokussieren können.

Leider hat sich dieser Wunsch nur teilweise erfüllt. Gleich zu Beginn des Jahres mussten wir Abschied nehmen von unserem geschätzten langjährigen Kollegen und Freund Wolfgang Meier. Wolfgang war am SNI seit vielen Jahren für das Nanostudium verantwortlich und hat sich emphatisch für die Belange der Studierenden eingesetzt. Daneben haben wir ihn als inspirierenden, innovativen Wissenschaftler und als wunderbaren Menschen kennengelernt. Wir vermissen ihn.

Auch die augenblickliche politische Lage macht es nicht gerade leicht, sich auf die Forschungsarbeit zu konzentrieren. Ein Krieg, wie wir ihn in Europa nicht für möglich gehalten hätten, stellt grundlegende Werte wie Freiheit und Demokratie in Frage und bringt unendlich viel Leid. Das ist schwer zu ertragen.

Für uns in der Schweiz ist zudem nach wie vor unklar, ob und wie wir uns weiterhin an EU-Projekten beteiligen können. Forschende und Forschungsinstitutionen in ganz Europa unterstützen daher die Initiative «Stick to Science». Diese gesamteuropäische Kampagne hat zum Ziel die Assoziierung der Schweiz und des Vereinigten Königreichs (UK) an Horizon Europe zu beschleunigen. Die Unterzeichner sind der Ansicht, dass die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Forschung und Innovation in Europa wichtiger denn je ist, da wir vor einigen der grössten Herausforderungen der Welt stehen.

Das SNI unterstützt diese Kampagne. Wir sind zwar vor allem regional in der Nordwestschweiz aktiv, die Forschenden in unserem Netzwerk sind aber auf Zusammenarbeiten im europäischen Raum angewiesen. Es geht dabei nicht nur um Forschungsgelder, sondern auch um die Zusammenarbeit in der europäischen Forschungslandschaft.

Innerhalb des SNI werden zum 1. August einige Änderungen in Kraft treten. Ich werde nach sechszehn erfüllenden Jahren als SNI-Direktor Ende Juli 2022 mein Amt an Martino Poggio übergeben und mich noch einmal voll und ganz auf meine Forschungstätigkeit konzentrieren. Martino hat sich als Argovia-Professor in den letzten Jahren bereits stark für das SNI engagiert und ich bin sicher, dass er die Erfolgsgeschichte SNI weiter fortführen wird. Zur Seite stehen ihm Patrick Maletinsky als Vizedirektor sowie die SNI-Leitung, die neu zusammensetzt wurde und auch ab August ihre Aufgabe übernimmt. In diesem SNI INSight erfahren Sie mehr über Martino Poggio und Patrick Maletinsky sowie über die Mitglieder der neuen SNI-Leitung.

Sie finden in diesem SNI INSight auch Beispiele der vom SNI unterstützten Forschung. Wir beschreiben kurz die neuen angewandten Forschungsprojekte, die seit Anfang des Jahres im Rahmen des Nano-Argovia-Programms vom SNI gefördert werden. Zudem erfahren Sie, an welchen Themen die beiden Gewinner des Preises für die beste Masterarbeit in Nanowissenschaften an der Universität Basel geforscht haben.

Die Forschenden des SNI-Netzwerks werden in Zukunft neben dem Nano Imaging Lab auch durch das Nano Fabrication Lab unterstützt, das wir zurzeit aufbauen. Mit dieser Gruppe, die Aktivitäten rund um Mikro- und Nanofabrikation bündelt, bereitet sich das SNI noch besser auf die Anforderungen der Zukunft vor. Die beiden Service- und Forschungseinheiten Nano Imaging Lab und Nano Fabrication Lab werden unter dem Dach des Nanotechnology Centers zusammengefasst.

Und schliesslich gab es in den letzten Monaten zahlreiche sehr erfreuliche Veranstaltungen – mit denen dann doch wieder etwas Normalität Einzug gehalten hat. Events wie diese, bei denen wir dazu lernen, uns gegenseitig austauschen, diskutieren oder Kindern und Jugendlichen die Faszination der Naturwissenschaften näherbringen, zeigen, wie wichtig dieser persönliche Austausch für unsere Arbeit ist – gerade in schwierigen Zeiten wie diesen.

Ich wünsche Ihnen allen viel Spass bei der Lektüre und verbleibe mit freundlichen hoffnungsvollen Grüssen

Christian Schönenberger

Prof. Dr. Christian Schönenberger, SNI-Direktor