ERC Consolidator Grants für SNI-Mitglieder

Theoretische Grundlagen für künftige Quantentechnologien

Prof. Dr. Jelena Klinovaja. (Foto: Universität Basel, Christian Flierl)

Prof. Dr. Jelena Klinovaja. (Foto: Universität Basel, Christian Flierl)

Das Projekt der Physikerin Prof. Dr. Jelena Klinovaja befasst sich mit Herausforderungen auf dem Gebiet der topologischen Quantenmaterie. Sogenannte topologische Qubits könnten sich eignen, um Informationen für einen Quantencomputer zuverlässig zu kodieren und die Mängel von herkömmlichen Qubits zu überwinden.

Jelena Klinovaja forscht an neuen Methoden, um topologische Phasen zu erzeugen und gezielt zu verändern. Im Zentrum ihres Vorhabens stehen verschiedene topologische Phasen, die in Halbleitern mit starker Spin-Orbit-Wechselwirkung aufgrund von Supraleitung entstehen, die durch Photonen in Quantenhohlräumen induziert wird. Dieser neuartige Weg, eine supraleitende Paarung durch die Kopplung von Quantenlicht an Quantenmaterie hervorzurufen, eröffnet völlig neue Perspektiven sowohl für die Erzeugung neuartiger topologischer Phasen als auch für deren Manipulation.

Prof. Dr. Jelena Klinovaja ist seit 2014 Assistenzprofessorin und seit 2018 Associate Professorin für Physik (Theoretical Nano/Quantum Physics) in Basel. 2017 wurde ihr vom ERC ein Starting Grant zugesprochen.

 

Entwicklung von künstlichen Bindungsproteinen

Prof. Dr. Michael Nash

Prof. Dr. Michael Nash (Foto: zvg

Einzelne Nanopartikel so zu steuern, dass sie stark an bestimmten Zellen und Gewebe haften, ist ein schwieriges biophysikalisches Problem und gleichzeitig eine interessante klinische Perspektive. Heute werden zu diesem Zweck häufig monoklonale Antikörper eingesetzt, welche zum Beispiel gezielt an Krebszellen binden und eine Substanz einschleusen, die die Zelle absterben lässt. Es ist jedoch bekannt, dass sich Antikörper bereits bei extrem kleinen Kräften wieder lösen.

Prof. Dr. Michael Nash möchte in seinem ERC-geförderten Projekt künstliche Bindungsproteine entwickeln, die mechanisch stabile Komplexe mit ihren Zielliganden bilden. Diese liessen sich zum Beispiel verwenden, um Arzneimitteln in Form von Nanopartikeln zu verabreichen; zudem könnten sie bei auch in der Bildgebung eingesetzt werden.

Michael Nash ist seit 2016 Assistenzprofessor und seit 2021 Associate Professor für Engineering of Synthetic Systems, dies im Rahmen einer Doppelprofessur mit der ETH Zürich. 2016 sprach ihm der ERC einen Starting Grant zu.

Finanzierung durch den Bund

Die ERC Consolidator Grants 2021 waren zu einem Zeitpunkt ausgeschrieben worden, als die Schweiz beim Europäischen Forschungsrat antragsberechtigt war. Forschende an Schweizer Institutionen konnten ihre Anträge daher einreichen, und die Gesuche wurden vom ERC evaluiert.

Nach Abbruch der Verhandlungen zwischen der EU und der Schweiz sowie dem Entscheid der Europäischen Kommission, die Schweiz als nicht-assoziierten Drittstaats zu behandeln, werden die erfolgreichen Projekte nun direkt durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) mit durchschnittlich zwei Mio. Franken finanziert. Dies ist eine der Übergangsmassnahmen, mit welcher der Bund die Folgen des Ausschlusses der Schweiz aus Horizon Europe abfedert.

Dies war die letzte ERC-Ausschreibung, für die sich Forschende an Schweizer Gastinstitutionen bewerben konnten. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat als Übergangsmassnahme ähnliche Ausschreibungen lanciert. Zusätzlich können Schweizer Forschungsgruppen weiterhin an vielen Horizon Europe-Ausschreibungen als Projektpartner teilnehmen und werden durch das SBFI finanziert.

Komplette Mitteilung der Universität Basel