Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Ich hoffe sehr, ihr seid alle wohlauf in diesen immer noch ungewöhnlichen Zeiten.

Es ist sehr erfreulich, dass wir inzwischen zu unserer Forschung zurückkehren konnten und der Betrieb in den Laboren wieder recht rund läuft. Wir dürfen uns allerdings nichts vormachen – das Corona-Virus ist nicht verschwunden und die damit verbundene Problematik auch nicht. Es gilt also weiterhin die Regeln zu beachten, auf Abstand zu bleiben sowie sich und andere zu schützen, wo immer es nötig und möglich ist.

Aus diesem Grund, haben wir uns auch schweren Herzens entschieden, unseren Annual Event in Lenzerheide abzusagen. Wir hätten euch so gerne wieder persönlich getroffen und über spannende Forschungsthemen diskutiert. Aber unser aller Wohlergehen ist wichtiger. Wir können und wollen beim Annual Event keinen Abstand wahren und auch nicht nur in Kleingruppen agieren. Daher werden wir diesen interaktiven, persönlichen Austausch des Netzwerks noch eine Weile aufschieben müssen.

Es ist nicht immer leicht derartige Entscheidungen zu treffen. In den letzten Monaten mussten wir aus Vernunftgründen auf viele Tätigkeiten und Aktivitäten verzichten, die uns Spass bereiten und uns motivieren. Aber nicht nur deshalb war diese Zeit belastend und hat teilweise grosse Schwierigkeiten bereitet. Uns hat interessiert, wie es dabei den Nano-Studierenden und Doktorierenden ergangen ist. Daher haben wir uns bei einigen erkundigt, wie sie die Zeit empfunden haben.

Daniel Stähli, ein ehemaliger Nano-Student hat Glück gehabt, dass er bereits im letzten Jahr seine Masterarbeit geschrieben hat. Denn er konnte eine spannende und lehrreiche Zeit an der Stanford University in Kalifornien verbringen. Mit seiner Masterarbeit über Phänomene des Alterns hat er den Preis für die beste Masterarbeit in Nanowissenschaften an der Universität Basel 2019 gewonnen.

Preise gab es auch für fünf junge Nanowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die exzellente wissenschaftliche Veröffentlichungen als Erstautoren geschrieben haben. Das Swiss Micro & Nanotechnology Network vergibt diesen PhD Award jedes Jahr im Rahmen der Swiss NanoConvention (SNC), die eigentlich im Juli in Basel hätte stattfinden sollen. Trotz der Verschiebung der SNC auf Juni 2021 haben wir den PhD Awards, der von sechs Schweizer Firmen gestiftet wird, auch dieses Jahr vergeben und auch Gewinner des SNC Image Award ausgewählt.

Erfreulich war zudem zu hören, dass der Schweizer Nationalfond das interdisziplinäre Sinergia-Projekt «Hydronics» bewilligt hat. Ilaria Zardo vom Departement Physik der Universität Basel leitet dieses innovative Forschungsprojekt. Ein Team von der Universität Basel, der EPFL, der Empa und von IBM wird den Ladungs- und Wärmetransport untersuchen, um neue Wege bei der Kontrolle von elektrischen und thermischen Strömen aufzuzeigen.

Zahlreiche Forschungsgruppen weltweit beschäftigen sich zurzeit mit SARS CoV-2 und Covid-19. Auch im SNI-Netzwerk tragen verschiedene Teams dazu bei, das Wissen rund um das neuartige Virus zu vergrössern und sowohl Diagnostik wie Behandlung zu verbessern. In einem Übersichtsartikel stellen wir einige dieser Aktivitäten kurz vor.

Jetzt wünsche ich euch viel Spass bei der abwechslungsreichen Lektüre, bei der sich vieles, aber nicht alles um Corona dreht. Bleibt gesund und lieben Gruss

Christian Schönenberger, SNI-Direktor