Freisetzung auf Druck – Im Nano-Argovia-Projekt ForMeL werden mechano-sensitive Liposomen untersucht

Im Nano-Argovia-Projekt ForMeL arbeitet ein Forscherteam an der Entwicklung von Liposomen, in denen pharmazeutische Wirkstoffe verpackt und bei Druckveränderung freigesetzt werden können. Derartige mechanoresponsive Liposomen könnten beispielsweise eingesetzt werden, um in arteriosklerotischen Verengungen der Blutgefässe gezielt ein Blutgerinnsel aufzulösen, ohne dabei den ganzen Körper mit gerinnungshemmenden Medikamenten zu belasten.

Zunächst wird die Herstellung und Formulierung der Liposomen im Labormassstab untersucht. Später sollen die Ergebnisse auf den Pilotmassstab übertragen werden, sodass Material für erste präklinische Studien produziert werden kann. (Bilder: FHNW)

Wenn es in einem Blutgefäss zu einer Verengung kommt – beispielsweise aufgrund sklerotischer Ablagerungen – nehmen Scherkräfte, die auf Festkörper im Blut wirken mindestens um eine Grössenordnung zu. Es ist heutzutage möglich, synthetische Lipidmembran-Kugeln (Liposomen) herzustellen, die auseinanderfallen, wenn derart verstärkte Scherkräfte auf sie einwirken. Dieses Prinzip möchte die Firma Acthera Therapeutics nutzen, um zielgerichtet pharmazeutische Wirkstoffe unmittelbar am Ort der Verengung freizusetzen.

Diverses Team
Unter Leitung von Professor Dr. Oliver Germershaus (FHNW) arbeitet der Industriepartner Acthera Therapeutics AG aus Basel in dem Nano-Argovia-Projekt ForMeL mit Wissenschaftlern der Hochschule für Life Sciences (FHNW) und des Technologietransfer-Zentrums ANAXAM eng zusammen, um diesem Ziel näher zu kommen.

Zunächst wird die Herstellung und Formulierung der Liposomen im Labormassstab weiter untersucht. Analytische Methoden, mit denen diese charakterisiert werden können, werden entwickelt und die Beladung der Liposomen mit einem geeigneten Wirkstoff optimiert. Um eine problemlose Lagerung der hergestellten Liposomen zu gewährleisten, entwickeln die Forschenden einen Prozess zur Gefriertrocknung. Alle Teilschritte der Herstellung, Formulierung und Gefriertrocknung sollen anschliessend in den Pilotmassstab übertragen werden, sodass Material für erste präklinische Studien produziert werden kann.

Die Kombination der unterschiedlichen Expertisen der beteiligten Partner ermöglicht die effiziente Weiterentwicklung mechanoresponsiver Liposomen im Sinne einer erfolgreichen präklinischen Entwicklung.

 

«Für uns als neu gegründetes Start-up ist das Nano-Argovia-Programm eine ideale Gelegenheit, um die technischen Voraussetzungen für die präklinische und klinische Untersuchung mechanoresponsiver Liposomen zu schaffen.»

Dr. Andreas Zumbühl, Chief Scientific Officer, Acthera Therapeutics AG (Basel)

 

Weitere Informationen:

Acthera Therapeutics AG
ANAXAM
Hochschule für Life Sciences (FHNW)