Mit Nanopartikeln den Krebs besiegen – Im Nano-Argovia-Projekt NCT Nano wird ein neuer Ansatz in der Krebs-Immuntherapie untersucht

Drei interdisziplinäre Teams arbeiten im Nano-Argovia-Projekt NCT Nano eng zusammen, um einen neuen gezielten Ansatz in der Krebs-Immuntherapie zu charakterisieren. Wissenschaftler von TargImmune Therapeutics (Basel), dem Departement Chemie der Universität Basel und dem Department Biosysteme der ETH Zürich in Basel untersuchen bestimmte Nanopartikel, die eine spezifische Fracht in Krebszellen einschleusen. Diese Fracht löst gleichzeitig das gezielte Abtöten der Krebszellen und eine Immunreaktion aus, welche die Tumore zerstört. In dem Projekt werden wichtige Parameter erfasst, die notwendig sind, um die Entwicklung des neuen therapeutischen Ansatzes von TargImmune Therapeutics in der Klinik zu unterstützen.

In den letzten Jahren wurden signifikante Fortschritte im Bereich der Krebstherapie erzielt. Jedoch gehört Krebs weiterhin zu den häufigsten Erkrankungs- und Todesursachen weltweit. Für solide Tumore wurden zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten entwickelt und zugelassen, darunter kleine Moleküle, Antikörper und zellbasierte Therapien. Tumore sind jedoch sehr heterogen und entkommen der oder unterdrücken die Immunantwort, die sich gegen den Tumor richtet. So kommt es immer wieder zu Resistenzen gegenüber der Behandlung.

Für einige Indikationen haben in der letzten Zeit Antikörper, welche die Immunantwort beeinflussen, signifikante Ergebnisse erzielt. Jedoch reagiert nur ein Teil der Patienten auf diese Behandlung. Für einen Grossteil steht diese Option nicht zur Verfügung.

TargImmune Therapeutics entwickelt nun eine neue Technologieplattform basierend auf Forschung an der Hebrew University in Jerusalem. Die Technologie nutzt chemische Vektoren, die selektiv in Krebszellen eindringen und eine spezifische Fracht einschleusen, die zum Tod der Zelle führt und gleichzeitig eine Immunantwort gegen den Tumor stimuliert.

Sicherer Transport
Die Fracht wird mit einem chemischen Vektor verpackt und bildet Nanopartikel. Diese Nanopartikel sollten stabil sein und einen sicheren Transport im Körper gewährleisten, ohne dabei von Enzymen abgebaut zu werden und die angesteuerten Krebszellen ohne Beeinflussung gesunder Zellen erreichen. Die Faktoren, welche die Stabilität der Nanopartikel beeinflussen und zur Wirksamkeit der Therapie beitragen, werden im Labor von Professor Cornelia Palivan vom Department Chemie der Universität Basel untersucht und optimiert.

Bestimmung verschiedener Parameter notwendig
Die TargImmune-Therapie hat sich in einigen Mausmodellen bereits bestens bewährt. Bevor die Medikamente jedoch in klinischen Studien verwendet werden können, müssen die optimalen Bedingungen für die Formulierung identifiziert werden. Das Palivan-Team wird daher eine Reihe von Schlüsselparametern untersuchen, die mit der Stabilität der Nanopartikel verbunden sind. Dabei spielen physikochemische Eigenschaften, Reproduzierbarkeit und Qualitätskontrolle eine wichtige Rolle. Zudem wird die Palivan-Gruppe unter Verwendung verschiedener Mikroskopiertechniken zum Verständnis beitragen, wie die Partikel binden und die Fracht in die Zielzellen einschleusen.

Die Gruppe von Professor Yaakov (Kobi) Benenson vom D-BSSE wird neuste Sequen-ziermethoden einsetzen, um die Aktivität der neuen Nanopartikel in einer Reihe von verschiedenen Zelllinien zu untersuchen.

«Wir sind optimistisch, dass unser Ansatz zahlreichen Patienten weltweit im Kampf gegen den Krebs helfen kann. Das Nano-Argovia-Projekt erlaubt uns wichtige Einblicke zu gewinnen, die zu der Entwicklung unserer Medikamente für die Klinik beitragen.»

Dr. Maya Zigler, Projektleiterin von NCT Nano und Leiterin der Forschung bei TargImmune Therapeutics

Weitere Information zu den Projektpartnern: Departement Chemie, Universität Basel, D-BSSE, ETHZ in Basel, TargImmune
Therapeutics