NUONEX – Ein neues Startup mit Wurzeln im SNI

 

Thomas Stohler und Silvan Häfeli haben im März 2019 ihr Startup NUONEX gegründet. Die beiden Jungunternehmen planen, ein Gerät zur optimalen Probenvorbereitung für die Kryo-Elektronenmikroskopie auf den Markt zu bringen. Dieser CryoWriter wurde im Labor von Dr. Thomas Braun aus der Gruppe von Prof. Dr. Henning Stahlberg (C-CINA, Biozentrum, Universität Basel) über viele Jahre hinweg und zu einem grossen Teil mit Fördermitteln des SNI entwickelt.

 

Mit viel Enthusiasmus und Zuversicht gehen Thomas Stohler und Silvan Häfeli die vielfältigen Aufgaben bei der Gründung ihres Startups NUONEX an. (Bild: NUONEX)

Auf Kryo-Elektronenmikroskopie abstimmen
Spätestens seit der Verleihung des Nobelpreises an Prof. Dr. Jacques Dubochet für die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie (Kryo-EM) ist diese Technik in aller Munde. Dank des Schockgefrierens lässt sich die atomare Struktur komplexer Proteine in ihrer natürlichen Umgebung detailgenau darstellen und aufklären. In der Gruppe von Prof. Dr. Henning Stahlberg, der bei Dubochet promoviert hat, steht die Kryo-Elektronenmikroskopie schon lange im Fokus. 

Da herkömmliche Methoden zur Probenvorbereitung nicht auf die Kryo-EM-Methode abgestimmt sind, arbeitet das Team von Dr. Thomas Braun schon seit einigen Jahren daran, die Probenaufarbeitung an die Bedürfnisse von Kryo-EM anzupassen. 

Etliche Studierende des Nanostudiengangs, Doktoranden der SNI-Doktorandenschule und Mitarbeiter in den Nano-Argovia-Projekten SCeNa und MiPIS haben bereits viel Zeit, Energie und Herzblut in diese Aufgabe gesteckt. Sie haben ein Gerät entwickelt – CryoWriter genannt – mit dem vollautomatisiert, unter kontrollierten, einstellbaren Bedingungen winzige Probenmengen (weniger als 100 Nanoliter) auf ein EM-Gitter aufgetragen und dieses dann zum Schockgefrieren in flüssiges Ethan getaucht wird.

Die Entwicklung des CryoWriters ist eine Kombination aus wissenschaftlichen und technischen Fragestellungen – eine Aufgabe, die viel Teamwork verlangt. (Bild: NUONEX)

Schon während des Studiums fasziniert vom CryoWriter
Mit diesem CryoWriter arbeitete auch Thomas Stohler, der für eine Projekt-arbeit im Nanostudium in das Team am C-CINA kam. «Unter den Studenten hatte sich herumgesprochen, dass in der Gruppe von Thomas Braun spannende Forschungs- und Entwicklungsarbeit geleistet wird und zudem eine super Atmosphäre herrscht», erinnert er sich. Nach der Projektarbeit über Einzelzell-analyse mit Kryo-EM beschäftigte sich Thomas Stohler auch im Rahmen seiner Masterarbeit mit dem CryoWriter – diesmal im Einsatz für die Einzelzellanalyse in der Proteomik. «Ich war gleich fasziniert von den Möglichkeiten des Geräts», beschreibt Thomas. «Es gibt so viele Einsatzbereiche, dass ich mir schon während meiner Masterarbeit vorstellen konnte, ein Startup zur Vermarktung zu gründen.»

Von Beginn an unterstützte Thomas Braun diese Idee. «Der CryoWriter ist inzwischen so ausgereift, dass wir ihn routinemässig einsetzen können. Auf der anderen Seite wollen wir ihn auch weiter entwickeln. Ein zweites Gerät für die tagtägliche Arbeit wäre für uns also ideal. Und auch andere Forschungsgruppen haben ihr Interesse gezeigt», bestätigt er. 

Von der Idee bis Nuonex
Um den CryoWriter zu kommerzialisieren, musste die Idee zum Startup ausreifen. Massgeblichen Anteil daran hatte Silvan Häfeli, der als erster Partner zusammen mit Thomas Stohler das Projekt anging. Zu dem Zeitpunkt als Silvan mit ins Boot stieg, hatte er zeitgleich zu seiner Arbeit als Ingenieur für Laborgeräte gerade sein Masterstudium in Business Administration abgeschlossen und war daher ein idealer Teampartner. 

«Mich hat die Idee ein Startup mitzugründen wirklich angesprochen, da ich Verantwortung übernehmen möchte», sagt Silvan Häfeli im Interview. Und so hat das Gründerteam sämtliche Vorbereitungen getroffen, um im März 2019 Nuonex zu gründen.

Aufregende und intensive Zeit
Die beiden Jungunternehmer berichten von einer spannenden Zeit. Die Aufgaben in einem Startup schneiden viele verschiedene Bereiche an. Die höchste Priorität liegt dabei beim Produkt, welches das Überleben von NUONEX sichern soll: «Wir mussten einen Schritt zurückgehen und nicht nur schauen, was der CryoWriter alles kann, sondern was potenzielle Kunden brauchen und erwarten,» erzählen die beiden.

Um die Entwicklung des CryoWriters schnell und hochwertig umzusetzen, entschieden Thomas und Silvan den CryoWriter nicht selbst zu entwickeln, sondern mit professionellen Dienstleistern zusammenzuarbeiten, die in möglichst kurzer Zeit ein perfektes Laborgerät zusammenstellen. Sie sprachen mit zahlreichen Firmen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, und haben nun die Geräteentwicklung mit den besten Partnern begonnen. 

In ihrer frisch gegründeten Aktiengesellschaft beschäftigen sie sich zurzeit mit drei Hauptaufgaben. «Der Schwerpunkt und Grossteil der Arbeit liegt bei der Geräteentwicklung, wissenschaftlichen Projekten und der Interaktion mit Kunden», berichten sie. 

Hervorragende Unterstützung durch die Universität
Die beiden Jungunternehmer loben dabei die exzellente Unterstützung durch das Innovation Office der Universität Basel während des gesamten Prozesses. «Wir werden von Christian Elias Schneider und seinem Team wirklich hervorragend gecoacht und unterstützt. Auch die Kontakte mit Innosuisse und BaselArea.Swiss helfen uns weiter.»

Mit der Gründung von NUONEX haben Thomas und Silvan den ersten Schritt auf einem langen Weg gemacht. Die grosse Frage wie ihr wissenschaftliches Zielpublikum den CryoWriter nach der Entwicklung aufnimmt, wird sie noch eine Weile beschäftigen. Aber auch hier sind die beiden zuversichtlich: «Wir haben den grossen Vorteil, im Braun-Lab zeigen zu können, dass der Prototyp bestens funktioniert. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, die das belegen. Wir hoffen daher, bald genug Kunden überzeugen zu können, dass eine Investition in NUONEX zukunftsweisend und lohnend ist.»

 

Mehr Information über NUONEX und die Nano-Argovia-Projekte, die zur Entwicklung des CryoWriters beigetragen haben.

NUONEX

Nano-Argovia-Projekt MiPIS:

Nano-Argovia-Projekt SCeNA: