Neuigkeiten aus dem Netzwerk

Datenspeicherung mit einzelnen Molekülen

Forschende der Universität Basel berichten von einer neuen Methode, bei der sich der Aggregatzustand weniger Atome oder Moleküle innerhalb eines Netzwerks gezielt steuern lässt. Sie basiert auf der spontanen Selbstorganisation von Molekülen zu ausgedehnten Netzwerken mit Poren von etwa einem Nanometer Grösse. Im Wissenschaftsmagazin «small» berichten die Physikerinnen und Physiker von den Untersuchungen, die für die Entwicklung neuer Speichermedien von besonderer Bedeutung sein können. https://doi.org/10.1002/smll.201803169

Kryo-Kraftspektroskopie zeigt mechanische Eigenschaften von DNA-Bauteilen auf

Physiker der Universität Basel haben eine neue Methode entwickelt, mit der sie bei sehr tiefen Temperaturen die Elastizität und die Bindungseigenschaften von DNA-Molekülen auf einer Oberfläche untersuchen können. Mit einer Kombination von Kryo-Kraftspektroskopie und Computersimulationen konnten sie zeigen, dass sich DNA-Moleküle wie eine Kette kleiner Spiralfedern verhalten.https://www.nature.com/articles/s41467-019-08531-4

Auf die Winkel kommt es an: Moiré-Effekt verändert elektronische Eigenschaften von dreilagigem Material

Werden eine hauchdünne Graphen- und eine Borni-tridschicht leicht verdreht übereinandergelegt, verändern sich dadurch deren elektronische Eigenschaften. Physiker der Universität Basel haben nun erstmals gezeigt, dass eine Verdrehung auch bei einem dreilagigen Sandwich aus Kohlenstoff und Bornitrid zu neuen Materialeigenschaften führt. Das vergrössert den Katalog an möglichen synthetischen Materialien erheblich, berichten die Forscher in der Wissenschaftszeitschrift «Nano Letters». https://doi.org/10.1021/acs.nanolett.8b05061

Spontane Spin-Polarisation in zweidimensionalem Material nachgewiesen

Physiker der Universität Basel haben in einem zweidimensionalen Material die gleichgerichtete Ausrichtung des Spins freier Elektronen nachgewiesen. Sie beschreiben diese beobachtete spontane Spinpolarisation, die laut eines bekannten Lehrsatzes aus den sechziger Jahren in idealen zweidimensionalen Materialien nicht auftreten kann, in «Nature Nanotechnology». https://www.nature.com/articles/s41565-019-0397-y

EU-Forschungsgelder für die zwei SNI Vize-Direktoren Alex Schier und Ernst Meyer

Der Europäische Forschungsrat fördert zwei Wissenschaftler der Universität Basel mit je einem hoch dotierten ERC Advanced Grant: Der Biologe Prof. Alex Schier und der Physiker Prof. Ernst Meyer erhalten für ihre zukunftsweisenden Forschungsprojekte Förderbeiträge in Millionenhöhe.

9,1 Millionen Euro für trinationale Quantenforschung

Am European Campus wird das internationale Doktoratsprogramm «Quantum Science and Technologies at the European Campus» (QUSTEC) errichtet. Am Projekt «Quantum Science and Technologies at the European Campus» (QUSTEC) sind die Universitäten Basel, Freiburg und Strasbourg sowie das Karlsruher Institut für Technologie und die Forschungsabteilung des IT-Konzerns IBM in Zürich beteiligt.

Mit Diamanten den Eigenschaften zwei-dimensionaler Magnete auf der Spur

Physikern der Universität Basel ist es erstmals gelungen, die magnetischen Eigenschaften von atomar dünnen Van-der-Waals-Materialien auf der Nanometerskala zu messen. Mittels Diamant-Quantensensoren konnten sie die Stärke von Magnetfeldern an einzelnen Atomlagen aus Chromtriiodid ermitteln. Zudem haben sie eine Erklärung für die ungewöhnlichen magnetischen Eigenschaften des Materials gefunden. Die Zeitschrift «Science» hat die Ergebnisse veröffentlicht. https://science.sciencemag.org/lookup/doi/10.1126/science.aav6926

Mechanobiologie basierend auf Rasterkraftmikroskopie

Die Rasterkraftmikroskopie hat sich in den letzten drei Jahrzehnten als Schlüsselplattform entwickelt, um morphologische und mechanische Eigenschaften von lebenden biologischen Systemen zu charakterisieren. Ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam aus dem SNI-Netzwerk hat in «Nature Reviews Physics» die Vor- und Nachteile der Rasterkraftmikroskopie zusammengefasst und beschrieben, wie sich die AFM-Technologie mit anderen Methoden kombinieren lässt. Zudem diskutieren die Forscher, wie sich mechanische Eigenschaften direkt mit der Funktion verknüpfen lassen. https://www.nature.com/articles/s42254-018-0001-7

Entkoppeltes Graphen dank Kaliumbromid

Bei der Herstellung von Graphen auf einer Kupferoberfläche kann Kaliumbromid zu besseren Resultaten führen. Wenn sich Kaliumbromid-Moleküle zwischen Graphen und Kupfer anordnen, kommt es zu einer elektronischen Entkoppelung. Damit werden die elektrischen Eigenschaften des produzierten Graphens ähnlich wie von reinem Graphen, berichten Physiker der Universitäten Basel, Modena und München in der Zeitschrift «ACS Nano». http://dx.doi.org/10.1021/acsnano.9b00278

Die Kombination macht’s

Wissenschaftler aus dem SNI-Netzwerk haben beschrieben, wie die Elektronenstrahlbeugung auch heute bereits effizient zur Strukturaufklärung von Kristallen eingesetzt werden kann. Im Rahmen des Nano-Argovia-Projekts A3EDPI haben die Forscher einen EIGER Hybrid Pixel Detector mit einem klassischen Elektronenmikroskop kombiniert und das System kalibriert, sodass schnell und zuverlässig die Berechnung der Beugungsdaten erfolgen kann. Sie beschreiben die Ergebnisse dieser interdisziplinären Zusammenarbeit vom Forschenden des Paul Scherrer Instituts, der Universitäten Basel und Dortmund, der ETH sowie der Firma Dectris (Baden-Daettwil) in der Zeitschrift «Acta Crystallographica». https://doi.org/10.1107/S2059798319003942