Gemeinsam gegen Schädlinge

Wenn sich Mikrorisse in der Beerenhaut bilden, kann der Mikropilz die Beere infizieren (Bild: Nano Imaging Lab , Swiss Nanoscience Institute Universität Basel)

Das Nano Imaging Lab (NI Lab) des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel ist seit vielen Jahren an Forschungsprojekten beteiligt, die den nachhaltigen Weinbau unterstützen. Am 5. November 2018 nahm Dr. Markus Dürrenberger, Leiter des NI Labs, an einem Treffen von Weinbauexperten im Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung in Sissach teil. Ziel des Treffens war, sich über verschiedene Interreg-Projekte auszutauschen und die Schweizer Partner der verschiedenen trinationalen Projekte untereinander zu vernetzen. Alle Projektpartner wollen der vermehrten Ausbreitung von Schädlingen – bedingt durch Klimawandel und Globalisierung – durch Züchtung resistenter Pflanzen und einem möglichst geringen Einsatz von Pestiziden und Insektiziden entgegenwirken.

Detailgenaue Bilder liefern neue Erkenntnisse
Das Nano Imaging Lab (NI Lab) arbeitet seit vielen Jahren eng mit dem Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg (Deutschland) zusammen und ist am Projekt Vitifutur und am geplanten Nachfolgeprojekt Bovitis beteiligt.

Die elektronenmikroskopischen Bilder des NI Labs geben beispielsweise Aufschluss darüber, wann es zu einer Infektion der Weinbeeren mit dem Mikropilz Botrytis kommt. So bilden sich zum Ende der Reifezeit Risse in der Wachsschicht der Beeren, die eine Infektion ermöglichen.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit zur Aufklärung der Infektionen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachaustauschs mit der Züchtung resistenter Sorten, die weit weniger Fungizide benötigen als herkömmliche Sorten. Die Erhaltung der Resistenzen und die Kundenakzeptanz dieser sogenannten Piwi-Weine (pilzwiderstandsfähige Weine) waren ebenfalls Themen dieses ersten Treffens der Schweizer Partner aus den Interreg-Projekten Vitifutur, VitiMeteo, AgroForm, InvaProtect und Bovitis mit den Rebkommissären von den Kantonen Basel-Landschaft und Aargau.

Partner aus verschiedenen Interreg-Projekten, die sich mit Themen aus dem Weinbau beschäftigen, planen ein Netzwerk aufzubauen (Foto: Staatliches Weinbauinstitut, Freiburg).

Austausch ist wichtig
«Es ist wichtig, dass wir uns in der Region vernetzen, um die Herausforderungen gemeinsam anzugehen», kommentiert Dr. Markus Dürrenberger vom Nano Imaging Lab der Universität Basel. «Wir haben bei diesem ersten Treffen festgestellt, dass sich unsere Projekte hervorragend ergänzen, wir allerdings viel zu wenig voneinander wissen.»

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Schweiz und vom Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg (Deutschland) haben nun ein deutlich klareres Bild über die verschiedenen Aktivitäten gewonnen, die von wissenschaftlicher Forschung bis zur ganz konkreten Beratung der Winzer reichen. Sie planen den Aufbau eines Netzwerks, in dem alle Schweizer Partner der Interreg-Projekte involviert sind sowie einen verbesserten Austausch der erzielten Ergebnisse, damit der Weinbau in der Region den Herausforderungen der Zukunft nachhaltig gewachsen ist.

 

Webseiten der verschiedenen Interreg-Projekte:
Vitifutur: http://www.vitifutur.net
Vitimeteo: http://www.vitimeteo.de
Agroform: https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/direktionen/volkswirtschafts-und-gesundheitsdirektion/landw-zentrum-ebenrain/landwirtschaft/spezialkulturen/rebbau/projekt-agroform
InvaProtect: https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/meta/invaprotect-99016