SNI/Biozentrum Lecture rund um die Kryo-Elektronenmikroskopie

Auf Initiative von Dr. Markus Dürrenberger, Leiter des Nano Imaging Lab, fand im April ein vom SNI und Biozentrum gemeinsam organisiertes Mini-Symposium mit dem Nobelpreisträger Prof. Jacques Dubochet, Prof. Ueli Aebi und Prof. Andreas Engel statt.

Die drei Wissenschaftler, deren wissenschaftliche Karrieren im Labor von Prof. Eduard Kellenberger am Biozentrum begannen, ermöglichten den weit über 300 Besucherinnen und Besuchern im vollbesetzen Hörsaal einen Einblick in die faszinierende Welt der Kryo-Elektronenmikroskopie.

Dank der Entwicklung des Schockgefrierens, für die Dubochet letztes Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, lassen sich biologische Proben in ihrer natürlichen Umgebung blitzschnell einfrieren, sodass sich keine Eiskristalle bilden, welche die Probe zerstören würden. Selbst in einem Vakuum, das in einem Elektronenmikroskop herrscht, bleiben die schockgefrorenen Proben intakt und lassen sich detailliert untersuchen.

Nachdem Ueli Aebi eine historischen Sicht auf die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie präsentiert hatte, fesselte Jacques Dubochet die Zuhörerinnen und Zuhörer aller Altersgruppen mit seinem Vortrag über die Forschung, die ihm den Nobelpreis einbrachte. Er unterhielt und informierte die Anwesenden jedoch nicht nur, sondern regte auch zum Nachdenken an. «Wir sind sehr gut darin, Wissen zu akquirieren – sind jedoch schlecht in der Nutzung von Wissen für das Wohlbefinden von allen», bemerkte er. Mit dem Lied «Imagine» von John Lennon beendete er seinen lebhaften und spannenden Vortrag und forderte dazu auf, wissenschaftliche Ergebnisse zum Allgemeingut werden zu lassen und weiter der Vision zu folgen, dieses wertvolle Gut zum Nutzen aller Menschen einzusetzen.

Für Andreas Engel war es nicht einfach nach dieser kurzweiligen und vielfältigen Präsentation aufzuzeigen, wohin die Entwicklung der Kryo-Elektronenmikroskopie uns heute geführt hat. Jedoch folgten auch ihm alle Zu- hörer gespannt. Dank seiner Erklärungen liess sich sehr gut nachvollziehen, wie nicht nur die Bereitstellung der perfekten Probe, sondern auch die Entwicklung besserer Mikroskope und Kameras zu der Erfolgsgeschichte des Kryo-EM beigetragen haben, sodass Strukturbiologen heute ein perfektes Werkzeug zur Verfügung steht, um die dreidimensionale Struktur von Proteinen abzubilden.

«Es war wunderbar, die Begeisterung von Jacques Dubochet, Ueli Aebi und Andreas Engel zu erleben und zu spüren, wie sich dies auf die zahlreichen anwesenden Studierenden und Wissenschaftler übertragen hat», bemerkte Prof. Christian Schönenberger, der als Gastgeber den Anlass moderierte und selbst eine Menge dazu gelernt hat.

Mehr über die Kryo-Elektronenmikroskopie erfahren Sie in der Nobel Lecture von Jacques Dubochet und in einen kurzen Film, der die Technik erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=9FOnGv38oqM
https://www.youtube.com/watch?v=026rzTXb1zw