Premiere für «Big Bang goes Nano»

Schon seit vielen Jahren gehen SNI-Mitglieder zu den TecDays, die auf Initiative der Schweizerischen Akademie der technischen Wissenschaften (SATW) an Schweizer Gymnasien durchgeführt werden. Dank der unterschiedlichen Vorträge bekommen Schweizer Schülerinnen und Schüler immer wieder die Möglichkeit, einen Einblick in die faszinierende Welt der Nanowissenschaften zu erhalten.

Vor kurzem hat das Outreach-Team des SNI nun zum ersten Mal sein neues Programm «Big Bang goes Nano» präsentiert. In der wunderschönen Alten Kantonsschule in Aarau erklärten Dr. Kerstin Beyer-Hans und Dr. Michèle Wegmann auf unterhaltsame Weise zwei ganz unterschiedliche Themengebiete aus den Nanowissenschaften. Sie stützten sich bei ihrem interaktiven Programm auf die beiden populären Charaktere Sheldon Cooper und Amy Farrah Fowler aus der Serie «Big Bang Theory». Der etwas kauzige Physiker Sheldon beschäftigt sich nämlich mit Graphen und seinen besonders guten Eigenschaften bei der Leitung von Strom, während die junge Neurowissenschaftlerin Amy der fehlerhaften Faltung von Proteinen auf der Spur ist, die zu Krankheiten wie Parkinson führen können.

Die Schülerinnen und Schüler konnten nach der theoretischen Einführung, die einige passende Filmausschnitte der «Big Bang Theory» beinhaltete, selbst aktiv werden. Sie erfuhren anhand eines einfachen Stromkreises mit einer kleinen LED, wie gut Graphit in einem Bleistift den Strom leitet – selbst über eine hauchdünne Schicht auf einem Blatt Papier. Noch eindrücklicher empfanden die Jugendlichen den zweiten Teil des Moduls. Denn hier erlebten sie selbst, wie beschwerlich das Leben mit Parkinson ist. Dank eines vibrierenden Handschuhs konnten sie beispielsweise nachempfinden, wie schwierig es plötzlich wird, einen Faden einzufädeln oder einen kleinen Becher Wasser zu trinken. Gewichte an den Knöcheln und Handgelenken veranschaulichten ihnen die Mühen beim Treppensteigen oder Tragen von Einkäufen.

«Mir war vorher nicht so klar, wie schwer und anstrengend das Leben mit Parkinson ist. Ich sehe das jetzt mit ganz anderen Augen», bemerkte eine Schülerin, nachdem sie sich des Handschuhs und der Gewichte entledigt hatte. Dank dieser praktischen Erfahrung wird den Schülerinnen und Schülern auch der theoretische Hintergrund der Experimente viel besser im Gedächtnis bleiben. Und vielleicht erinnern sie sich daran, wenn sie sich in ein paar Jahren für eine Ausbildung entscheiden werden. «Wir weisen die jungen Leute immer darauf hin, dass die Universität Basel ein Studium in Nanowissenschaften anbietet. Und es wäre natürlich schön, wenn wir mit unserem Programm das Interesse dafür wecken können», bemerken Kerstin Beyer-Hans und Michèle Wegmann.