Neue Argovia-Projekte: Schnelle Auswahl der besten Produzenten

Ein2016-05-160503120204-Picture1_Fotor weiteres Argovia-Projekt wurde von Professor Georg Lipps (FHNW) initiiert, um die Entwicklung von Zelllinien, die zur Produktion von Antikörpern eingesetzt werden, zu verbessern. Zusammen mit seinen Projektpartnern Dr. Martin Held (D-BSSE, ETH Basel) und Dr. Rene Pelaux (FGen GmbH, Basel) möchte Georg Lipps nanopartikuläre Sensoren entwickeln, um Zelllinien bezüglich ihrer Produktivität in Hochdurchsatzscreenings zu charakterisieren und die besten Produzenten auswählen zu können.

Heutzutage kommen zahlreiche Antikörper bei der Behandlung von Krankheiten zum Einsatz. Die therapeutischen Antikörper binden beispielsweise spezifisch an Entzündungsfaktoren (wichtig für die Behandlung von Autoimmunkrankheiten) oder an zelluläre Rezeptoren (Behandlung von Krebs). Produziert werden diese Antikörper in recht aufwendigen Verfahren von Säugetierzellen. Ein wichtiges Ziel der Forschung ist es immer wieder, möglichst produktive Zelllinien auszuwählen und diese zu optimieren. Das Projektteam untersucht nun eine effektive Hochdurchsatzmethode, um diese Auswahl mit winzigen Probemengen in kurzer Zeit treffen zu können.

Dazu entwickeln die Forschenden partikuläre Sensormaterialien, die in Nanoliterreaktoren (NLR) immobilisiert werden. Produziert die getestete Zellline in dem winzigen Reaktor den gewünschten Antikörper, binden die Sensoren die Antikörper. Durch die Bindung kommt es zu einer Strukturänderung des Sensors und damit zur Aussendung eines Fluoreszenzsignals. Die Fluoreszenzintensität ist dabei proportional zur Menge des produzierten Antikörpers. Ein grosser Vorteil der untersuchten Methode ist, dass keine weiteren Reagenzien zugegeben werden müssen, Aufarbeitungsschritte entfallen und das Fluoreszenzsignal in situ Rückschlüsse über die Menge des produzierten Antikörpers liefert. Auf diese Weise können die Wissenschaftler in kurzer Zeit die besten Produzenten auswählen und diese weiter optimieren.