Neue Argovia-Projekte: Neues Mikroskop trägt zur Strukturaufklärung bei

Die Wissenschaftler im Argovia-Projekt HPD4FED planen ein innovatives Elektronenmikroskop mit Kamera zu bauen, das mit Hilfe eines neuen Detektors in der Lage sein wird, die Elektronenbeugung kleinster Mengen natürlicher Moleküle zu messen. Die beiden Projektleiter Professor Jan Pieter Abrahams vom PSI und dem C-CINA der Universität Basel und Dr. Tim Grüne vom PSI arbeiten dazu mit weiteren Kollegen des PSI und der Universität Basel sowie mit der Firma DECTRIS (Baden-Dättwil) zusammen.

Zur Analyse von Proteinen und anderen grossen Molekülen in ihrer natürlichen Umgebung sind ganz besondere Methoden erforderlich, welche die empfindlichen Biomoleküle nicht zerstören und die dreidimensionale Anordnung der Moleküle möglichst wenig beeinflussen. Das Team um Jan Pieter Abrahams nutzt für derartige Studien hochenergetische Elektronenstrahlungen, die je nach Anordnung der Atome in spezifischer Weise gebeugt werden und damit Rückschlüsse auf die Struktur der Probe erlauben.

In dem Argovia-Projekt HPD4FED modifizieren die beteiligten Wissenschaftlerteams einen vom PSI entwickelten und von der Firma DECTRIS kommerzialisierten Detektor. Da dieser Detektor aus zwei Teilen besteht, der Ausleseelektronik und der Sensoreinheit, kann bei dem DECTRIS-Detektor die Sensoreinheit spezifisch für die Detektion von Elektronen optimiert werden. Der optimierte Detektor wird dann in ein Elektronenmikroskop eingebaut und anhand verschiedener Nanoproben getestet. Die beteiligten Forscher vom C-CINA der Universität Basel, dem PSI und der Firma DECTRIS hoffen durch den Einsatz anderer Sensoren dreidimensionale Strukturen der Proben in atomarer und molekularer Auflösung berechnen zu können, auch wenn nur kleinste Probenmengen analysiert werden.