Davide Cadeddu

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Der in Mailand geborene Davide Cadeddu ist noch relativ frisch am Swiss Nanoscience Institut. Erst im Mai dieses Jahres begann er als einer der ersten Doktoranden in der neu gegründeten SNI-Doktorandenschule seine Promotion in der Gruppe von Professor Martino Poggio. „Neues“ übt auf Davide offensichtlich einen grossen Reiz aus. Begann er doch auch sein Studium an der neu gegründeten Fakultät für Technische Physik am Politecnico in Mailand. Zudem hat er grosses Interesse an neuen Technologien und arbeitete bereits als Testuser für eine grosse IT Firma, wobei er neue Smartphones und Tablets testete.

Davide interessierte sich schon als Kind für Physik und Technik und entschied sich daraufhin für ein Studium der Technischen Physik in seiner Heimatstadt Mailand. Für seine Masterarbeit ging er nach Como in das Physik Department der Politecnico di Milano in die Gruppe von Professor Roman Sordan. Dort arbeitete Davide daran mit Hilfe von Graphen winzige Transistoren zu bauen und zu kombinieren. Ursprünglich hatte er vor, sich danach einen Job in der Industrie zu suchen. Doch entschloss er sich stattdessen, weiter zu forschen und sich auf die Suche nach einer Doktorandenstelle zu begeben. In Italien wollte er dazu nicht bleiben, da zum einen das Gehalt eines Doktoranden dort nicht zum Leben reicht – er zum anderen auch eine neue Herausforderung angehen wollte. So begann er im Internet nach Angeboten zu suchen und wurde auf der gerade frisch aufgesetzten Seite des SNI über die Doktorandenschule fündig. Er bewarb sich, wurde von Martino Poggio eingeladen und bekam die Stelle.

Seit Mai arbeitet er nun daran einen neuartigen Sensor für die Kraftmikroskopie zu entwickeln. Bislang werden bei der Kraftmikroskopie ja winzige Federbalken eingesetzt. David möchte diese durch Nanodrähte ersetzen, was die Empfindlichkeit und Präzision der Mikroskope noch einmal deutlich steigern würde. Im Augenblick untersucht Davide die Nanodrähte selbst. So interessieren ihn beispielsweise die Quantenpunkte im Inneren der Drähte, da diese kontrolliert werden können und ihre Photolumineszenz später als Signal genutzt werden könnte. Bald möchte er die Drähte dann auch einsetzen, um andere Materialien genauer zu studieren. Die Doktorarbeit von Davide ist Teil eines Gesamtprojekts seines Doktorvaters Martino Poggio. Dieser hat kürzlich einen ERC Grant zugesprochen bekommen, mit dem Ziel dieses neuartige Mikroskop zu entwickeln.

Davide schätzt die Arbeit in dem Team von Martino Poggio: “Ich hatte grosses Glück in so einer tollen Gruppe gelandet zu sein. Alle sind sehr kompetent und hilfsbereit – zudem sind wir exzellent ausgestattet.“ Insgesamt war der Schritt an das SNI der Universität Basel für Davide durchweg positiv. „Die Uni Basel ist zwar nicht besonders gross, aber manchmal ist kleiner auch besser“, kommentiert er. „Ich kann hier bestens forschen, lehren und hervorragende Kontakte zu den Professoren und zu anderen Studenten aufbauen.“

Auch in Basel fühlt Davide sich inzwischen wohl. Er geniesst die kurzen Wege, für die er kein Auto braucht, und die herrliche Landschaft rings herum ist ideal für sein neues Hobby Mountainbiking. Zwar vermisst er das Rugby spielen, Freunde und Familie in Mailand – aber das Neue, das er hier in Basel bereits gefunden hat und die Neugier aufs Entdecken der Umgebung scheinen durchweg zu überwiegen und lassen ihn den Schritt nach Basel als Bereicherung empfinden.