Oren Knopfmacher

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Oren Knopfmacher ist der Gewinner des ersten Science Slam der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz. Oren schliesst Ende Juni seine Doktorarbeit in der Gruppe von Professor Christian Schönenberger an der Universität Basel ab. Er ist in Israel geboren, mit drei Jahren nach Deutschland gezogen und ganz nahe der Grenze in Grenzach, Deutschland aufgewachsen. Am dortigen Lise-Meitner-Gymnasium absolvierte er 2002 sein Abitur. Ursprünglich hatte Oren vor, an der ETH Zürich Physik zu studieren. Da dort sein Abschluss aber nicht voll anerkannt wurde, begann er sein Physikstudium im Oktober 2002 in Basel. Er wollte dann irgendwann im Laufe des Studiums nach Zürich zu wechseln. Doch recht bald war er überzeugt, in Basel die besten Bedingungen vorzufinden: „Hier in Basel hatte ich eine optimale Betreuung durch Assistenten und Professoren. Die Professoren sind hier sehr zugänglich, man kann auf jeden zugehen und fragen. Für mich gab es keinen Grund mehr, den Studienort zu wechseln.“

Dissertation im Wunschlabor

Im Jahr 2007 schloss Oren sein Physikstudium mit einem Master ab. Für ihn war es ein Glücksfall gleich im Anschluss eine Promotionsstelle in seinem Wunschlabor bei Christian Schönenberger zu finden. Im Rahmen eines Argovia-Projektes arbeitete Oren die nächsten Jahre an chemischen und biochemischen Nanosensoren. Diese Nanosensoren bestehen aus winzigen Nanodrähten, deren Oberflächen mit spezifischen Molekülen funktionalisiert werden. Möchte man den Nanosensor bespielsweise zum Nachweis kleinster Mengen an Schwermetallen einsetzen, funktionalisieren die Wissenschaftler den Nanodraht mit Molekülen, an denen spezifisch Schwermetalle binden. Befinden sich Schwermetalle in einer Testlösung, binden sie an den Nanodraht. Daraufhin ändert sich die elektrische Leitfähigkeit des Nanodrahtes, was sich als spezifisches Signal messen lässt.

Oren Knopfmacher hat in seiner Dissertation in enger Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz eine Plattform entwickelt, mit der solch ein Nanosensor zur pH-Wert Messung eingesetzt werden kann. Im Rahmen eines Nano-Tera Projektes untersuchte er zusammen mit Kollegen und Kolleginnen aus dem Pharmazentrum zudem Nanodrähte, die als biochemische Sensoren eingesetzt werden sollen. Dabei wird die Oberfläche der Nanodrähte mit Kohlenhydraten funktionalisiert, an denen spezifisch Lektine binden. Diese spielen eine wichtige Rolle bei vielen biologischen Prozessen und bieten Möglichkeiten für neuartige Diagnosen und Therapien verschiedener Krankheiten.

Nächstes Ziel in den USA

Oren Knopfmacher schliesst im Juni 2011 seine Promotion ab. Er bleibt aber der Nanoforschung und auch den Nanosensoren treu. Sein nächstes Ziel ist die Standford University in den USA, wo er ab Oktober 2011 räumlich flexible Nanosensoren untersuchen wird. Langfristig würde Oren später gerne wieder in die Region Basel zurückkehren. Ob sein idealer Arbeitsplatz dabei in der Industrie oder der akademische Forschung sein soll, ist für ihn im Moment noch offen. An seiner Diss am Institut für Physik an der Universität Basel hat ihm vor allem die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus anderen Disziplinen viel gebracht und auch weiterhin möchte er über den Tellerrand der Physik hinaus schauen.

Durchhalten ist wichtig

Rückblickend auf seine Zeit als Student und Doktorand findet er es vor allem wichtig, Spass an der Sache und Durchhaltevermögen zu haben. „Es ist doch wie beim Sport“, kommentiert er die Frage, welchen Rat er jungen Studierenden mitgeben würde. „Ab und zu gibt es Rückschläge, aber daraus lernt man nur, und man sollte sich nicht entmutigen lassen und aufgeben.“

Er selbst ist diesem Credo auch beim Science Slam gefolgt. Zunächst sah es nämlich so aus, als könne er nicht teilnehmen, da alle Plätze schon vergeben waren. Er wollte aber unbedingt dabei sein, da er in seiner Zeit als Leistungssportler (Judo) gelernt hat, dass Wettkampf Spass macht und anspornt. So gab er nicht auf, fragte immer wieder nach und konnte dann doch auf dem Podium stehen, als jemand anderes zurücktrat. Während seines Vortrags vor einem bunt gemischten Publikum hat es Oren sicher geholfen, während seiner Promotion schon immer mit Fachleuten anderer Disziplinen über seine Arbeit geredet zu haben. Und dann waren wohl auch seine Sensoren bestens ausgerichtet. Denn ganz offensichtlich konnte er sich optimal auf sein Publikum einstellen und sie mit Tempo, Witz und Euphorie von seiner spannenden Forschung begeistern und somit den ersten Science Slam in Basel gewinnen. Herzlichen Glückwunsch!