Hohe Auszeichnungen für Ueli Aebi

2012-03-120321130644-AebiUeli Aebi, Professor für Strukturbiologie am Biozentrum der Universität Basel, wurde mit zwei prestigeträchtigen Preisen geehrt. Aebi erhielt die «Carl Zeiss Lecture»-Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie sowie den «Distinguished Scientist Award» für Biologie von der Microscopy Society of America.

Prof. Dr. Ueli Aebi (Bild) ist der diesjährige Preisträger der «Carl Zeiss Lecture», der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ). Im Rahmen der 34. Jahrestagung der DGZ sprach Aebi über einen seiner Forschungsschwerpunkte, die Struktur und Funktion des Kernporenkomplexes. Anschliessend wurde ihm der Preis überreicht. Mit der Preisvergabe würdigt die DGZ Aebis zellbiologische Pionierarbeiten sowie seine herausragenden Beiträge auf dem Gebiet der Strukturbiologie, die massgeblich zum Verständnis der Funktion von Proteinen und deren übergeordneten Verbänden in der Zelle beigetragen haben.

Die «Carl Zeiss Lecture» wird seit 1990 jährlich für international hervorragende Erkenntnisse in der Biologie verliehen. Frühere «Carl Zeiss Lecture»-Preisträger sind Günther Blobel (New York), Tim Hunt (London) und Roger Tsien (La Jolla).

Distinguished Biological Scientist
Fast zeitgleich ist Ueli Aebi von der Microscopy Society of America (MSA) zum Preisträger des «Distinguished Scientist Award 2011» für Biowissenschaften gewählt worden. Der Preis wird jährlich in den Disziplinen Biologie und Physik verliehen und zeichnet hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre langjährige exzellente Forschung auf dem Gebiet der Mikroskopie bzw. Mikroanalyse aus. Aebi ist einer der wenigen Europäer und nach Jacques Dubochet (2009) der zweite Schweizer, dem diese grosse Ehre zuteil wird. Der Preis wird ihm im August anlässlich des MSA-Jahrestreffens in Nashville, Tennessee übergeben.

Gründer des Maurice E. Müller-Instituts für Strukturbiologie
Ueli Aebi erlangte seinen Doktortitel 1977 an der Universität Basel. Nach einem Forschungsaufenthalt an der University of California in Los Angeles wurde er 1979 an die Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore berufen. Im Jahr 1986 wechselte er als Professor für Strukturbiologie ans Biozentrum der Universität Basel, wo er das Maurice E. Müller-Institut für Strukturbiologie (MIS) aufbaute, welchem er auch als Direktor vorsteht. Aebi ist Mitglied des der Universität Basel angeschlossenen Swiss Nanoscience Instituts (SNI) und war bis 2009 im nationalen Kompetenzzentrums «NCCR Nanoscale Science» tätig, wo er das Projektmodul «Nanobiologie» mitgeleitet hat.

In seiner Forschungsarbeit widmet sich Aebi der Aufklärung von Struktur und Funktion von verschiedenen molekularen Maschinen bzw. supramolekularen Verbänden in der Zelle wie beispielsweise dem Kernporenkomplex oder dem Zytoskelett. Seine Untersuchungsmethoden vereinigen Techniken wie Licht-, Elektronen- und Rastersondenmikroskopie mit Röntgenkristallographie, molekularer Zellbiologie sowie Protein-Design. Aebis Gruppe arbeitet auch an neuartigen optischen und mechanischen Nanogeräten für die Diagnostik, Prävention und Therapie von Krankheiten mittels minimal invasiven Eingriffen. Neben seiner akademischen Karriere verfügt Aebi auch über langjährige Wirtschaftserfahrungen und ist Mitgründer mehrerer Firmen im biomedizinischen Bereich.